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Dr. med. Marc Koch

Bandscheibenvorfall

Bei einem Bandscheibenvorfall werden Anteile des Bandscheibenkernes durch Rissbildungen verlagert. Es werden Bandscheibenvorwölbungen, gedeckte Bandscheibenvorfälle von freien Bandscheibenvorfällen, die die Bandscheibe als sogenannter freier Sequester verlassen unterschieden. Je nach Lage des Bandscheibenvorfalles kann es zu unterschiedlichen klinischen Symptomen bei dem betroffenen Patienten kommen. Die Symptome variieren zwischen reinen Rückenschmerzen, ausstrahlenden Schmerzen bis hin zu Lähmungserscheinungen mit Taubheit, Muskelschwäche und Störung der Blasen- und Darmfunktion. Die konservative Behandlung ist in der großen Mehrzahl der Fälle erfolgreich, nur in Ausnahmefällen ist eine Operation notwendig.
Bei ca. 80 bis 90 % der Patienten erzielt die schonende, mikrochirurgische oder neuerdings endoskopische Operation eine erhebliche Linderung der Beschwerdesymptomatik. Sogar Lähmungen können sich zurückbilden.

Dekompressionsoperationen

Spinalkanalstenose
Bei der Spinalkanalstenose (Einengung des Nervenkanals) sind ein Bandscheibensegment oder häufig mehrere Bandscheibensegmente betroffen. Mittels des Verfahrens der Dekompressionsoperation werden nur die den Nervenkanal einengenden Knochen und Bandstrukturen entfernt, sodass die Stabilität der Wirbelsäule nicht beeinträchtigt wird. Dieses Verfahren gestattet eine schnelle Mobilisation der Patienten, eine Miederbehandlung ist meistens nicht erforderlich. Eine alleinige Dekompressionsoperation kann aber nur beim Fehlen von Instabilitäten im Bereich der Wirbelsäule durchgeführt werden. Die operative Therapie kommt bei den Patienten zum Einsatz, bei denen auch nach einer intensiven konservativen Behandlung keine Beschwerdelinderung bewirkt werden konnte. Neben dem Schmerzausmaß stellen das Auftreten von neurologischen Symptomen wie z.B. Lähmungen eine Operationsindikation dar. Die Indikation zur Operation sollte individuell gestellt und insbesondere die noch vorhandene Gehstrecke des Patienten und seiner Begleiterkrankungen berücksichtigen.

Bandscheibenendoprothese (künstliche Bandscheibe)

Insbesondere bei jüngeren Patienten besteht die Möglichkeit bei fortbestehenden Beschwerden seitens der Hals- oder Lendenwirbelsäule und vorliegen einer Bandscheibenverschleißerkrankung , sowohl an der Halswirbelsäule als auch der Lendenwirbelsäule, eine Bandscheibenendoprothese einzusetzen. Diese besteht aus zwei Metallplatten, die in den angrenzenden Wirbelkörpern verankert werden und einen dazwischenliegendem Kunstoffkern. Zur Gewährleistung einer idealen Segmentfunktion sind eine Wiederherstellung der Bandscheibenhöhe und eine zentrale Implantatpositionierung erforderlich, um physiologische Lastübertragungen bei Vorneige-, Rückneige- und Rotationsbewegungen zu ermöglichen.

Bandscheibenendoprothese Halswirbelsäule

Die Korrektur der Lordose (Wiederherstellung des Hohlkreuzes) einer verschleißbedingten, segmentalen Kyphosierung (Steilstellung) führt zu einer Wiederherstellung der Segmentstabilität und Verbesserung der Beweglichkeit.
Prinzipiell werden die Endoprothesen durch die Vorderseite des Halses oder den Bauchraum eingesetzt. Die von vorne implantierten Bandscheibenendoprothesen sollen zur Funktionserhaltung des Segmentes führen. Überlegungen zum Prinzip der Bandscheibenverschleißerkrankung zeigen, dass eine Nukleus¬degeneration (Austrocknung des Bandscheibenkernes), sowie eine Nukleotomie (operative Entfernung der Bandscheibe) zu einer weiteren Bandscheibenhöhenreduktion mit nachfolgender segmentaler Instabilität führen.
Stabile Wirbelsäulenverhältnisse verhindern unter alltäglicher Belastung unphysiologische Krafteinwirkungen sowie pathologiische (krankhafte) Segmentmotilitäten unter gleichzeitigem Schutz der neurologischen Strukturen (Nerven).

Stabilisationen und Korrektur von Deformitäten an der Wirbelsäule

Eine versteifende Operation der Wirbelsäule ist auch heute noch der goldene Standard bei der Behandlung von verschleißbedingten Erkrankungen der Wirbelsäule, die eine Fehlstellung, chronische Schmerzen oder Instabilitäten zur Folge haben. Die Verwendung eines Implantatsystems wird hierbei vom Rücken oder auch der Bauchseite an der Wirbelsäule befestigt. Die modernen Implantate erlauben eine Korrektur von Fehlstellungen, sowie eine primärstabile Fixierung, so dass die Nachbehandlung ohne Korsett möglich ist. Die Patienten sind in der Lage, am zweiten Tage nach der Operation auszustehen und nach ca. 10 – 14 Tagen entlassen zu werden. Eine Rehabilitationsbehandlung ist ebenfalls nicht erforderlich. Vor der Durchführung eines versteifenden Operationsverfahrens müssen Ausdehnung und Umfang der Operation durch praeoperative Untersuchungen festgelegt werden. Diese Tests erfolgen in der Regel ambulant und erlauben die Festlegung eines geeigneten Operationsverfahrens.

Stabilisation der Lendenwirbelsäule-langstreckig

Stabilisation der Lendenwirbelsäule- ein Segment von vorne

Skoliose/Wirbelsäulenverkrümmung

Bei der Skoliose handelt es sich um eine dreidimensionale Fehlstellung der Wirbelsäule. Meistens handelt es sich um angeborene, ideopathische, erworbene oder lähmungsbedingte Skoliosen. Jede Form hat ihren spezifischen Krankheitsverlauf und bedarf einer individuellen Therapie. Hierbei spielt die Erfahrung in der konservativen, als auch operativen Behandlung der Skoliose eine große Rolle. Im Rahmen meiner klinischen Tätigkeit in einem norddeutschen wirbelsäulenchirugischen Zentrum habe ich die Behandlung von Wirbelsäulenverkrümmungen unterschiedlichster Genese durchgeführt. Häufig ist eine langjährige Begleitung der konservativen Therapie notwendig. In einigen Fällen ist insbesondere bei einer Zunahme der Verkrümmung trotz konservativer Therapie die operative Begradigung notwendig. Diese geht dann mit der Teilversteifung eines Wirbelsäulenabschnittes einher. Durch moderne Implantate und Operationstechniken kann diese Versteifung meistens recht kurzstreckig erfolgen, sodass keine wesentliche, den Alltag beeinträchtigende Bewegungseinschränkung hieraus resultiert.

Behandlung von Wirbelkörperfrakturen

Bei einer Wirbelkörperfraktur unterscheidet man die stabilen von instabilen Brüchen. Des Weiteren spielt die Ursache, die zu dem Wirbelbruch geführt hat eine wesentliche Rolle. Direkte oder indirekte Gewalteinwirkungen können ebenso wie ein krankhafter Befall des Knochens bei der Osteoporose durch Tumore und Metastasen eine Bruch zur Folge haben. Eine spezifische Diagnostik ist im Einzelfall unabdingbar.
Die Behandlung kann sowohl konservativ unter Anlegen eines Korsetts oder aber auch operativ mit korsettfreier Nachbehandlung erfolgen. Sowohl minimalinvasive Techniken, wie die Vertebroplastie und Kyphoplastie, bei der über eine Hohlnadel der gebrochene Wirbelkörper aufgerichtet und durch Knochenzementeinspritzung stabilisiert wird, als auch operative Stabilisierungen mit einem winkelstabilen Implantatsystem kommen hierbei individuell zum Einsatz. Ziel ist es die Mobilität des Patienten möglichst schnell wiederherzustellen, die Fehlstellung zu korrigieren Zeit und eine Schmerzreduktion zu erreichen.